Laos ist im Gegensatz zu seinem großen Nachbarland Thailand noch eher ein Backpacker Geheimtipp. Erst seit den 1990er Jahren ist die Infrastruktur in Laos soweit ausgebaut, dass das Land von außen einigermaßen gut für Reisende zugänglich ist. Was nicht heißen soll, dass Laos eine gute Infrastruktur hätte. Aber gerade das macht den Reiz des kleinen Landes aus: Laos ist größtenteils noch sehr unberührt und ursprünglich und versetzt einen mit seiner wunderschönen Landschaft in Staunen, sobald man die Grenze überquert.

Schon die Einreise nach Laos ist ein Abenteuer für alle Backpacker. Der wohl schönste und meist von Rucksackreisenden gewählte Weg nach Laos ist die Einreise über Thailands Nordosten. Mit einer zwei-tägigen Slow-Boat Tour begibt man sich von Thailand über den Mekong ins Nachbarland und übernachtet zwischendurch eine Nacht in einem abgeschiedenen laotischen Dorf. Die Tour ist eine Erfahrung für sich und sollte auf jedem Fall der Speed-Boat-Tour vorgezogen werden. Letztere dauert zwar nur 6-8 Stunden, kann aber lebensgefährlich sein und ist zudem unmenschlich laut aufgrund der Motorengeräusche. Wie so oft in Laos ist der Weg das Ziel. Auf der Slow-Boat Tour kann man die unglaubliche Landschaft bestaunen: grüne Berge und Weiten, Sandstrände und vereinzelte idyllisch gelegene Holzhütten. In Laos fühlt man sich wie in der Zeit zurück versetzt: An den Flussufern sieht man Goldwäscher und vereinzelt alte laotische Frauen, die Weidenkörbe flechten. Je mehr man sich dem Ziel Luang Prabang nähert, desto häufiger erblickt man am Ufer auch die typischen laotischen Mönche in ihren orangenen Kutten, deren Klöster oft sehr einsam liegen.

Angekommen in Luang Prabang gibt es für Traveller viele günstige Übernachtungsmöglichkeiten.
Zwar ist Laos ein wenig teurer als Thailand, was vor allem daran liegt dass die Laoten auf viele Importe angewiesen sind. Allerdings ist das Land für uns Europäer immer noch unschlagbar günstig. In der Stadt lohnt sich ein mehrtägiger Aufenthalt und vor allem auch Ausflüge in die nähere Umgebung: Vom Schwimmen im türkisen Wasserfall bis zum Baden mit Elefanten ist hier alles möglich.

Von Luang Prabang aus kommt man mit Reisebussen gut weiter, allerdings sollte man starke Nerven und einen stabilen Magen mitbringen. Viele Backpacker lassen sich einen Zwischenstopp in Vang Vieng nicht entgehen und schwärmen hinterher ihr Leben lang davon. Denn in Vang Vieng kann man „tuben“, eine Erfindung die wohl in dieser Form nur in Laos möglich ist. Das „Tuben“ findet an einem Fluß statt, zu dessen Ufern sich auf einer Strecke von mehreren hundert Metern verschiedene Bars befinden. Man startet in einem Gummireifen, den man sich vorher im Dorf ausleihen kann und lässt sich den Fluß herunter treiben, bis man bei einer Bar an Land gezogen wird (hierzu werden leere Plastikflaschen an Seilen ins Wasser geschmissen, an denen man sich hochhangeln kann). Dort angekommen genießt man den ein oder anderen Bucket (Eimer gefüllt mit Whiskey, Cola und Red Bull) und beginnt anschließend – wenn man sich denn traut – das eigentliche Wagnis. An fast jeder Bar sind Seilrutschen und andere abenteuerliche Vorrichtungen aufgebaut, von denen man sich in den Fluß stürzen kann. Hier ist allerdings gesunder Menschenverstand gefragt, denn es hat schon sehr schwere Verletzungen unter „Tubern“ gegeben. Trotz der Gefahren: Tuben kann süchtig machen. Es soll schon Leute gegeben haben, die länger als 200 Tage in Vang Vieng geblieben sind.

Bei allem Spaß sollte man aber die Kultur der Laoten achten: Überall in Laos – ausgenommen die Tubing-Hochburg Vang Vieng – gilt die Sperrstunde ab 24.00 Uhr. Die Laoten sind sehr gläubig und wollen am nächsten Morgen fit sein zum Gebet. Für Drogendelikte droht die Todesstrafe, auch hier sollte man sich also genau überlegen, wieviel man für ein paar lustige Stunden zu riskieren bereit ist. Generell gilt: Laos ist ein Abenteuer und eine tolles Ziel für Rucksackreisende. Wer sich auf eine einfache Lebensweise, sehr schlichte sanitäre Anlagen und gruselige Straßenverhältnisse einstellen kann wird mit einer unglaublich schönen Landschaft, spannenden Eindrücken und einer eindrucksvollen Kultur (Tuben ausdrücklich ausgenommen, denn das zählt sicherlich nicht zu laotischen Bräuchen) belohnt.